Mundartabend in der Hasseldelle – die Tradition lebt!

Zum wiederholten Male – fast ist es ja schon zur Tradition geworden – hatte der Verein „Wir in der Hasseldelle e.V.“ zu einem, wie in den Jahren zuvor,  im Herbst stattfindenden Mundartabend eingeladen. Ein volles Haus im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten, die die epidemischen Zwänge fordern, war dennoch gesichert. 35 Personen – alle Tische waren bis auf den letzten Platz belegt – lauschten wieder einmal den Vertellstöckskern der Protagonisten Judith Schreiber und Kurt Picard. Diese scheinen über einen schier unerschöpflichen Fundus von in Mundart umgesetzten Erinnerungen aus den früheren Hofschaften Stöcken, Clauberg, Erbenhäuschen und eben der Hasseldelle  zu verfügen. Schmunzelnd, aber auch schon mal laut lachend, verfolgten die Zuhörer den „Kalleroden“ der Vortragenden. Schade, dass das Singen – wie in den Vorjahren – diesmal unterbleiben musste.

Peter Harbecke, der Vorsitzende des Vereins, hatte aber auch wieder den Ablauf bestens vorbereitet. Nach einer einleitenden Gesprächsrunde trugen die Vortragenden in einem ersten Teil vor. Ein besonderes Highlight waren die im Internet nachzulesenden und von Judith Schreiber vorgetragenen Erlebnisse in der Kinderlandverschickung, niedergeschrieben von Werner Deichmann, um damit auch an dieser Stelle an dessen, vor kurzem gefeierten  90. Geburtstag  zu erinnern. Klar, dass dem Anwesenden durch die Zuhörer ein starker Applaus sicher war. Hat er doch auch viel für die in der Hasseldelle lebenden Menschen bewirkt. Reibungslos servierte dann der Gastwirt Juraj Benko (dessen Restaurant Hasseldelle ist schon seit langen Jahren ein fester Begriff in der Hasseldelle), köstliche Gerichte wie gebratenes Lachs-Filet, das „Wiener“-Schnitzel oder den Tafelspitz mit köstlichen Salaten. Aus  unterschiedlichsten Quellen hatte Peter Harbecke Bilder von einer Vielzahl markanter Solinger  Bauten und Straßen zusammengestellt und ließ dieser derweil durchlaufen. Geschickt waren die alten Bauwerke dem aktuellen Blick gegenübergestellt. Immer wieder hörte man im Publikum die Worte: „Schau mal, das Gasthaus am Kannenhof, der Altenbau, die Papiermühle, das Gewerkschaftshaus an der Kölner Straße, der Sitz des SBV,…!“ Kurz, den Erinnerungen wurde auch hier kräftig nachgeholfen. Im zweiten Teil gaben Judith Schreiber und Kurt Picard nochmals eigene und weitere Erlebnisse zum Besten. Harmonisch – an Stelle des Bergischen Heimatliedes – fügte sich zum Abschluss das Gedicht „Min Heimatlangk“, verfasst von Artur Müller und vorgetragen von Judith Schreiber, in den Rahmen des Abends. Mit Dank von Peter Harbecke an Vortragende und Teilnehmer beschloss dieser den Abend. Klar, dass der Applaus nicht ausblieb und der Ruf nach einer Fortsetzung dieser Veranstaltungsreihe nicht zu überhören war.

Link zur Fotobox (alle Fotos von Daniela Tobias)